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Rund um Corona

22.10.2021

Wie es scheint, haben wir die Pandemie noch lange nicht besiegt…

Was meinen die Menschen in Deutschland, wie soll es mit den Schutzmaßnahmen und Impfungen weitergehen?

 

Die internationale Data und Analytics Group YouGov hat darüber eine Umfrage gemacht. 57 Prozent der Bevölkerung würde die sogenannte epidemische Lage ab Ende November unter Einhaltung von 3G-Regelung, Hygiene- und Abstandsregeln nicht mehr verlängert. 27 Prozent würden die Maßnahmen verlängern und 16 Prozent machten keine Angabe. Die Mehrheit der Bevölkerung sieht die Situation ähnlich wie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Er möchte die Corona-Notlage ab dem 25. November auslaufen lassen, gleichzeitig aber die Schutzmaßnahmen wie 3G beizubehalten. Andere Meinung ist Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und sagte „Wir brauchen mindestens eine Übergangszeit“. Die Inzidenzen steigen wieder deutlich, deshalb ist er gegen ein schnelles Ende des Ausnahmezustands.

 

Unter anderen Gesichtspunkten meinten die Teilnehmer der Befragung, wie jungen Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren, dass 79 Prozent die sogenannte epidemischen Lage beenden möchten. Im Osten des Landes 61 Prozent, im Westen nur 56 Prozent. Männer tendieren mit 62 Prozent, die Frauen mit 51 Prozent dazu, den Corona-Ausnahmezustand auslaufen zu lassen.

 

Die Impfquote ist in Deutschland ins Stocken geraten. Grund sind aber nicht nur die Impfverweigerer. Laut Covid-Snapshot-Monitoring (Cosmo) sind 51 Prozent der Ungeimpften zögern, weil sie unsicher sind, ob sie sich impfen lassen sollen. Die meisten verlassen sich auf andere die sich impfen lassen, haben nicht wirklich das Gefühl, dass sich impfen zu lassen die Normalität bringt und zur Pandemiebekämpfung beiträgt. 43,6 Prozent der Ungeimpften, wollen sich auf keinen Fall impfen. Sie haben Sicherheitsbedenken und halten sie die Impfung für überflüssig, weil Covid-19 für sie keine Bedrohung ist.

 

Positiv ist, dass 61 Prozent der Deutschen Impfauffrischungen gegenüber positiv stehen.

 

COSMO ist ein Gemeinschaftsprojekt von (unter anderem) die Universität Erfurt, das Robert-Koch-Institut sowie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung beteiligt. Ziel des Projektes ist es, wiederholt einen Einblick zu erhalten, wie die Bevölkerung die Corona-Pandemie wahrnimmt, wie sich die “psychologische Lage” abzeichnet.

 

Aber, in Ostdeutschland sind berufstätige misstrauisch dem Robert-Koch-Institut (RKI) und seinem Präsidenten Lothar Wieler gegenüber. In einer repräsentativen YouGov-Umfrage mit 3.700 Berufstätigen gaben Ostdeutsche Befragte dem RKI und seine Arbeit die Schulnote 3,3 und in Westdeutschland die Note 2,9. Warum die Teilnehmer so geantwortet haben, wurde nicht gefragt. Es ist möglich, dass die Meinungen im Osten aus politischen Gründen so negativ sind. In der letzten Zeit hat die rechtspopulistische Afd seine Stärke bei der Bevölkerung weiter ausgebaut. Die Afd macht reichlich Stimmung gegen die Corona-Politik der Bundesregierung, was bei den meisten Ostdeutschen gut ankommt.

Die Befragten haben auch andere Bereiche nach Schulnoten bewertet. Deutschlandweit hat am besten der Lebensmittel-Einzelhandel mit 2,1 abgeschnitten, gefolgt von Handwerkern mit einer Note von 2,7 sowie der eigene Arbeitgeber auch mit der Note 2,7. Wissenschaftler und Virologen wurden mit 2,8 bewertet. Noch schlechter sind nur noch die Schulen mit 3,8 und die Kirche und religiöse Einrichtungen mit 4,1 bewertet worden.

 

Die aktuelle 7-Tage-Inzi­denzen deuten darauf, dass in den meisten Bundesländern die Infektionszahlen mit der Impfbereitschaft zusammenhängt. In den östlichen Bundesländern ist die Impfquote am niedrigsten, die 7-Tage-Inzi­denz aber hoch. Paar Beispiele:

 

  • Sachsen-Anhalt hat die Impfquote 62,5 und die 7-Tage-Inzi­denz 83,7
  • Sachsen hat die Impfquote 56,2 und die 7-Tage-Inzi­denz 142,5
  • Thüringen hat die Impfquote 60,1 und die 7-Tage-Inzi­denz 192,7

 

Verglichen mit Bremen, dort ist die Impfquote 77,4 und eine 7-Tage-Inzi­denz von 72,5. Die Zahlen im Saarland sind noch anschaulicher, bei eine Impfquote von 72,6 ist die 7-Tage-Inzi­denz 52,6. (Stand 22.10.2021)

 

Angesichts steigender Infektionszahlen ist es wichtig die noch unsichere, nicht geimpfte zu erreichen, besser beraten und dadurch zur Impfung zu bewegen.

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