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Corona Zeiten, Risiken und Chancen

16.09.2020

Corona verändert mehr als wir denken! Ein Interview mit Michael Maus, Entrepreneur und Ideengeber für die Hotellerie.

 

Was glauben Sie, ist Corona die größte Krise seit dem letzten Weltkrieg?

MM: Das kann man nicht vergleichen, es ist etwas völlig anderes als das was wir bisher erlebt haben. Die wirtschaftlichen Folgen sind noch gar nicht absehbar. Auch der Zeitpunkt, ab wann man wieder über Normalität nachdenken kann ist im Moment nicht kalkulierbar. Es wäre aber völlig falsch jetzt die Flinte ins Korn zu schmeißen, diese Krise kann auch eine große Chance sein, vor allem das Reiseziel Deutschland kann am Ende enorm an dieser Krise partizipieren.

 

Was würden Sie Hotels aktuell raten.

MM: Auch das ist generell nicht klar zu definieren. Jedes Hotel hat in der Vergangenheit eine andere Zielgruppe gehabt. Aber eins steht sicherlich schon fest, der Geschäftsreisemarkt wird sich nachhaltig verändern, dieses Segment wird ganz sicher nicht mehr an den Punkt wie vor der Krise zurückkehren.

 

Durch die Erfahrungen in Corona Zeiten mit Videokonferenzen und Online Meetings, wird jedes Unternehmen in Zukunft auch hier neue Wege gehen, vor allem wird auch das Geld bei diesen Unternehmen nicht mehr so sprudeln wie vorher. Geschäftsreisen werden so wie gehabt nicht mehr stattfinden. Da müssen Hotels jetzt schon anfangen neue Konzepte zu entwickeln.


Daneben wird sich der Reisemarkt Deutschland sehr positiv entwickeln, hier liegen viele Potentiale. Deutschland hat in der Krise ein gutes Management bewiesen und zählt zu den sichersten Ländern der Welt. Also wird sich dieses auch in den Gedanken der Menschen festsetzen. Hier liegt eine große Chance für Hotels.

 

Können Hotels jetzt schon etwas tun, um nicht Opfer dieser Krise, sondern Profiteur zu werden?

MM: Natürlich, nicht nur können, sie müssen es. Wer jetzt nicht reagiert, wird am Ende eventuell nicht mehr da sein. Man spricht von knapp 30% aller Betriebe, denen das Wasser bis zum Hals steht. Aber jedes Hotel muss jetzt reagieren und sich den neuen Begebenheiten anpassen.

 

Natürlich muss man zusehen die Investitionen niedrig zu halten, den Erlös aber zu maximieren. Jetzt schon merkt man deutlich, Hygiene und Transparenz sind wichtige Buchungsfaktoren geworden, damit können Hotels punkten. Leider sehe ich hier noch enormen Nachholbedarf, viele Hotels agieren nicht, sondern reagieren nur. Das ist aber am Ende des Tages zu wenig.

 

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Sie sind aktuell in verschiedene Projekte involviert. Was raten Sie im Einzelnen den Hotels?

MM: Im Moment ist es einfach wichtig einige Grundelemente zu berücksichtigen. Zum Beispiel die digitale Gästemappe, der digitale Meldeschein, Shoptools, z.B. für Gutscheine, einen digitalen Concierge, aber auch die Umstrukturierung der Küche, denn hier herrscht ein Fachkräftemangel, der sich in der Qualität der Speisen widerspiegelt.

 

Ebenso ist durch „Kochen ohne Köche“ auch der Hygienezustand und auch die Qualität nicht zu verachten, denn auch hier spielen diese Faktoren natürlich eine Rolle. Alles Punkte, die aktuell jedes Hotel einplanen muss. Newsletter sind aktuell oft der einzige und vor allem enorm wichtige Weg, um Transparenz zu schaffen, Reiselust zu wecken.

 

Verbindet man all diese Tools, entsteht dadurch ein neuer Vertriebsweg, nicht nur in Corona Zeiten, nein, vor allem auch danach. Hier ist aktuell die Chance größer als das Risiko. Wer hier nicht agiert, wird sich am Schluss vielleicht nicht nur ärgern.


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Lesen Sie nächste Woche Teil 2 des Interviews und erfahren was sich in Zukunft ändert und warum.

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